(Modellbahn-) Fotografie Teil 2 – Bildwinkel, Sensorgröße und Brennweite

Was versteht man denn unter dem Bildwinkel, wo er doch so wichtig für das Foto ist? Nun, zunächst ist der Bildwinkel nichts anderes als der Ausschnitt aus der Natur, der auf dem Foto festgehalten wird. Unser Auge kann einen bestimmten Bereich ohne das Auge oder den Kopf zu bewegen, erfassen. Alles, was außerhalb dieses Bereiches liegt, wird von uns nicht wahrgenommen.  Dasselbe gilt auch für eine Kamera. Auch diese erfasst nur einen begrenzten Bereich. Dieser Bereich hängt von zwei Faktoren ab, der Sensorgröße und der Brennweite des Objektivs. Unter der Sensorgröße kann man sich bestimmt etwas vorstellen. Das ist schlicht die Fläche, die der Sensor einnimmt, also etwas in der Art von 24 mal 36 mm (entspricht der Filmgröße des früher verwendeten Kleinbildfilms)  Auf die unterschiedlichen Sensorgrößen und deren Auswirkungen gehen wir gleich noch genauer ein.

Aber Brennweite? Die Brennweite ist der Abstand, den ein Objektiv vom Sensor haben muss, damit etwas, das sehr weit (unendlich weit) entfernt ist, scharf abgebildet wird. Wer schon mal mit einer Lupe ein Stück Papier entzündet hat, hat dabei automatisch die Brennweite der Lupe (ist prinzipiell auch nichts anderes als ein Objektiv) ermittelt. Denn nur, wenn das Papier im Abstand der Brennweite der Lupe ist, wird das Sonnenlicht stark genug gebündelt, um das Papier zu entzünden. Beim Fotografieren mus dieser Abstand ebenfalls genau passen, damit das Bild scharf wird. Beim Fokussieren (Scharfstellen) wird der Abstand des Objektivs zum Sensor so angepasst, dass das Motiv, das ja nicht immer unendlich weit weg ist, möglichst scharf abgebildet wird. Um ein Motiv, das näher als Unendlich ist, scharf zu stellen, muss das Objektiv weiter weg vom Sensor gebracht werden als bei Unendlich. Und zwar um so weiter weg, um so näher das Motiv ist.

Wie beeinflusst die Brennweite den Bildwinkel? Nachdem wir wissen, das die Brennweite dem Abstand des Objektivs vom Sensor entspricht, ist ja auch klar, das ein Objektiv mit längerer Brennweite weiter weg sein muss, als ein Objektiv mit kürzerer Brennweite. Bedenkt man nun, das ein Objektiv einen bestimmten endlichen Durchmesser hat, ist klar, das, je weiter weg das Objektiv ist, desto enger der Bildwinkel wird. Wenn man aus Daumen und Zeigefinger einen Ring formt und diesen vor ein Auge hält, so ist das, was im inneren dieses Rings zu sehen ist, immer weniger, je weiter wir den Ring (die Hand) vom Auge entfernen…

Die Größe des Sensors spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Je größer der Sensor ist, desto mehr wird rechts und links, oben und unten erfasst. Je größer der Sensor desto weiter wird also der Bildwinkel bei einer gegebenen Brennweite.

Das menschliche Auge erfasst einen bestimmten Bildwinkel. Dieser Bildwinkel erscheint uns als natürlich und Normal. Beträgt die Brennweite eines Objektivs in etwa der Diagonalen des Sensors, so spricht man von Normalbrennweite, da dann der Bildwinkel in etwa dem des Auges entspricht. Früher bei Kleinbildfilm waren das etwa 50mm. Wer das genau ausrechnen will, Pythagoras lässt grüßen… In Etwa stimmt das aber mit 50 mm… Alles, was von der Brennweite her darunter liegt, bezeichnet man als Weitwinkel- Objektiv, alles, was darüber liegt als Teleobjektiv. Logisch wäre ja Engwinkelobjektiv, doch der Begriff hat sich nie durchgesetzt.

Man kann also die Bildwirkung von Objektiven einer bestimmten Brennweite nur in Abhängigkeit von der Sensorgröße betrachten. Deswegen hat es sich eingebürgert, die Brennweite als “Kleinbild- Äquivalent” anzugeben. Ein Objektiv mit 50mm Kleinbild Äquivalent hat also meist nicht wirklich 50 mm Brennweite sondern eine Brennweite, die in etwa denselben Bildwinkel eines 50mm Objektivs an Kleinbild entspricht. Dadurch kann man die Bildwirkung zwischen verschiedenen Kameras leichter vergleichen…

Die Objektive von Smartphone- Kameras haben aber eine sehr kurze Brennweite, um nicht unnötig dick zu werden. Diese liegt meist so um oder unter 28mm “Kleinbild- Äquivalent”, als schon ein kräftiges Weitwinkel… Für Portraits werden aber in aller Regel Tele- Brennweiten so zwischen 70 und 150 mm verwendet. Dieser Brennweitenbereich hat wieder einen Bezug zum menschlichen Auge. Auch wenn der Bildwinkel, den das Auge erfassen kann, ungefähr 50mm KB- Äquivalent entspricht, so ist der Bildwinkel, den wir bewusst wahrnehmen, doch etwas enger. Das was ganz am Rand des Wahrnehmungsbereiches ist, bekommen wir meist nur unterbewusst mit.  Dieser bewusste Bildwinkel entspricht etwa einer Brennweite von 80-90 mm, was somit die “ideale” Portrait- Brennweite ist. Aber auch unsere Modellbahn- Fotos wirken mit Objektiven in diesem Bereich besonders “natürlich”.

Daran erkennt man schon, das ein Smartphone nicht gerade ideal ist, um schöne Modellbahn- Fotos zu machen. Aber die Smartphones haben noch einen Nachteil, nämlich die sehr kleinen Sensoren. Generell ist die Bildqualität um so besser, je größer der Sensor ist. Das war schon früher beim analogen Film der Fall, Dort gab es neben Kleinbild auch noch Pocket, mit deutlich kleineren Negativen und deutlich schlechterer Bildqualität. Es gab aber auch Mittelformat, was deutlich größere Negative als Kleinbild erzeugt und eine deutlich bessere Bildqualität lieferte. Bei den digitalen Sensoren gibt es eine Unzahl an Größen. Die gleiche Größe wie früher Kleinbild gibt es auch als Digital- Sensorgröße. Kameras mit solchen Sensoren werden als “Vollformat” oder auch FX Kameras bezeichnet. Diese Kameras sind immer groß, schwer und sehr teuer. Sie werden meist nur im professionellen Umfeld eingesetzt, oder von sehr großen Foto- Enthusiasten. Für so eine Kamera kann man u.U. auch schon einen neuen Kleinwagen bekommen… Es gibt auch noch (viel) größere Sensoren. Dies werden meist aber nur für ganz spezielle Zwecke verwendet. FX Kameras sind immer auch Systemkameras. Das bedeutet, man kann diverses Zubehör an die Kamera bauen, so auch unterschiedliche Objektive. Dagegen kann man in der Klasse der Kompakt- Kameras das Objektiv in aller Regel nicht wechseln.

Für ambitionierte Hobby- Fotografen aber auch für viele Profis, die nicht immer das ganz teure Werkzeug benötigen, gibt es viele Systemkameras mit von der Fläche her etwa halb so großen Sensoren. Diese werden oft als APS-C (nach einem nur kurzlebigen analogen Filmformat entsprechender Größe) oder DX bezeichnet.  Die Sensorgröße liegt etwa bei 23 x 15 mm .Auch hierbei handelt es sich meist um Systemkameras. Die meisten Hersteller haben sowohl FX als auch DX Kameras im Programm. Und fast immer haben beide Kamera- Klassen  eines Herstellers denselben Objektiv- Anschluss. man kann also FX Objektive problemlos an einer DX Kamera verwenden. Allerdings sind FX Objektive in der Regel (erheblich) teurer als DX Objektive. Speziell im Weitwinkel- Bereich bekommt man für DX deutlich günstigere Objektive. Im Tele Bereich ist der Kostenunterschied nicht so groß, weswegen hier meist ein Objektiv für FX und DX verwendet wird. Es gibt aber auch spezielle DX Tele- Objektive… FX und DX Kameras werden z.B. von Canon, Nikon, Sony und Pentax hergestellt. Es gibt aber auch noch andere Hersteller, die Kameras mit diesen Sensor- Größen herstellen.

Andere Hersteller wie Olympus, Panasonic, Kodak, Fuji usw. verwenden für ihre Systemkameras noch kleinere Sensoren im sogenannten “Micro-Four-Thirds” Standard. Hier ist nicht die Fläche halbiert im Vergleich zu Kleinbild, sondern die Diagonale. Die Sensoren sind etwa 13 x 17 mm groß. Das ermöglicht noch kompaktere Kameras und Objektive. Billiger als APS-C werden sie deswegen aber nicht…

Darunter tummeln sich unzählige Sensorgrößen in unzähligen Kompaktkameras. Mein Smartphone hat z.b. einen (für ein Smartphone) recht großen Sensor von 8×6 mm Größe und  48 Megapixel… Meine Systemkamera hat einen DX Sensor (23 x 15 mm, also fast das dreifache an Kantenlänge) und “nur” 24 Megapixel. Trotzdem sind die Fotos aus meiner Nikon D7100 deutlich besser als die Fotos, die ich mit meinem Redmi Note 10 Smartphone mache. Dafür ist der Größenunterschied beim Sensor aber auch die Qualitätsunterschiede der Objektive einfach viel zu heftig…

Woher kommt nun aber der Vorteil der größeren Sensoren? Nun, theoretisch können 48 MP doppelt so viele Informationen aufnehmen wie 24 MP.  Praktisch sind die einzelnen Pixel bei meinem Smartphone einfach viel zu klein, um genug Licht einzusammeln. Man kann sich das etwa wie einen Eimer vorstellen, der draußen im Regen steht. Je größer der Eimer ist, desto mehr Wasser sammelt er ein. Genau so ist das auch bei den Sensoren, nur das diese eben Licht einsammeln. Wenn man nun 48 Millionen “Eimer” auf einer Fläche von 8×6 mm hat, so sammelt ein einzelner “Licht- Eimer” deutlich weniger Licht ein, als ob ich 24 Millionen “Licht- Eimer” auf einer Fläche von 23 x 15 mm stehen habe… Ein Sensor- Pixel wandelt das einfallende Licht in einen elektrischen Impuls um. Je mehr Licht eingesammelt wird, desto kräftiger ist der elektrische Impuls. Je kräftiger der Impuls, desto leichter, sauberer und genauer kann er weiter verarbeitet werden. Deswegen sind größere Sensoren und eigentlich auch weniger Megapixel besser als kleinere Sensoren und mehr Megapixel. Hat man aber zu wenig Megapixel, dann sind zwar die elektrischen Signale sehr kräftig, es fehlen aber die Detail- Informationen, also die Bildschärfe… Deswegen muss man stets einen optimalen Kompromiss zwischen Pixelgröße und Pixel- Anzahl finden… Da die meisten Leute nur auf die Megapixel schauen und meinen, je mehr, desto besser, entwickeln die Hersteller ständig Sensoren mit noch mehr Megapixeln. Mein Smartphone errechnet aber aus je 4 Sensor- Pixeln einen Bildpunkt. Deswegen sind die Bilder für ein Smartphone von recht guter Qualität, auch oder gerade weil die fertigen Fotos dann “nur” noch 12 Megapixel haben, trotz 48 Megapixel Sensor…

Wie viele Megapixel braucht man denn nun wirklich? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste Faktor ist, aus welcher Entfernung man das fertige Bild in welcher Größe betrachtet. Hängt ein Foto an der Wand, welches auf sagen wir mal einen Quadratmeter vergrößert wurde, dann braucht man dafür etwa 3 Megapixel, sofern man das Bild aus einer Entfernung anschaut, aus der man es noch im Ganzen ansehen kann. Erst wenn man näher an das Foto heran geht, macht sich eine bessere Auflösung in Form von mehr sichtbaren Details bezahlt. Für das Internet reichen diese 3 Megapixel auch fast immer mehr als aus. In sozialen Medien benötigt man noch weniger Auflösung… Schaut man sich die Fotos auf einem 4K UHD Fernseher an, so kann man bis zu 8 Megapixel Auflösen. Mehr schafft der Fernseher dann ohnehin nicht. Am anspruchsvollsten sind hochauflösende Drucke (z.B. Hochglanz- Kunst Fotobücher) oder großformatige Ausbelichtungen für Museen und Galerien… Mit etwa 12 -24 Megapixeln ist man auf jeden Fall auf der ganz sicheren Seite. Zumindest wenn diese Megapixel aus einem halbwegs großen Sensor stammen…

Das Portrait der jungen Dame ganz zu Beginn ist übrigens vor über 20 Jahren mit einer 3 Megapixel APS-C Kamera fotografiert worden…

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 2 – Fototechnik

Im zweiten Teil geht es nun um die Technik des Fotografierens. Hier werden wir einige Grundlagen erläutern, die dabei helfen, zu verstehen, warum Fotos gut oder weniger gut geworden sind. Auch die unterschiedlichen Kamera- Typen sollen kurz behandelt werden.

Heutzutage hat so ziemlich jeder ein Smartphone oder Handy mit eingebauter Kamera. Damit kann jeder Bilder knipsen. Warum gibt es denn überhaupt noch etwas anderes? Nun, die Smartphone- Kameras werden, wie alle Digitalkameras stetig verbessert, keine Frage. Aber das Fotografieren kann einem ein Smartphone weder abnehmen noch auch nur erleichtern. Um Erinnerungs- Selfies zu knipsen, bei denen es nur darauf an kommt, zu erkennen, wo man da mit wem war, dafür sind Smartphone- Kameras gut genug. Aber nehmen wir nur mal an, man möchte mal ein Foto von einem Menschen machen, das “schön” aussieht. Dann sind die meisten Handy überfordert und nicht dazu in der Lage… Denn die Objektive der Smartphones müssen auf Grund der sehr begrenzten Dicke des Telefons sehr kurzbrennweitig (Erklärung folgt später) sein, sonst würde das Handy zu dick werden, was keiner will. Um die Weite einer Landschaft zu betonen, kann man solche kurzbrennweitigen Objektive durchaus verwenden. Um aber Portraits zu machen, sind sie nahezu gänzlich ungeeignet. Entweder wird die abgebildete Person viel zu klein und es gibt viel zu viel “Umgebung” mit auf dem Foto oder man muss viel zu nah an die zu fotografierende Person heran gehen. Geht man zu nah heran, so werden die Entfernungs- Unterschiede zu stark betont. Aus den wenigen CM Abstand zwischen Nasenspitze und Augen werden dann viel zu lange Nasen und viel zu tief in den Augenhöhlen liegende Augen. Das sieht deutlich mehr nach einer Karikatur als nach einem Portrait aus. Freunde gewinnt man so jedenfalls nicht…

Wenn es nur um das Anschauen auf dem Handy Display geht, könnte man auch den “Digitalzoom” einsetzen, als das was rundherum zu viel auf dem Foto ist, wenn man normale Abstände einhält, einfach abschneiden. In gewissem Rahmen funktioniert das sogar. Aber es geht sehr zu Lasten der Auflösung, also der Bildschärfe. Für das Handy- Display reicht es dann wohl immer noch, aber auf dem großen Fernseher oder einer großen Ausbelichtung ist dann nur noch Matsch übrig. Denn durch das Wegschneiden gehen sehr viele, vielleicht sogar die meisten der teuer bezahlten Megapixel (Erklärung später) verloren…

Als kommen wir zum zweitwichtigsten Punkt für die Gestaltung eines Bildes, dem Bildwinkel. Wie vorher schon gelernt, ist das Licht das wichtigste Element.

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(Modellbahn-) Fotografie

Hier möchte ich euch mal etwas über die Fotografie mit Schwerpunkt auf die Modellbahn- Fotografie erzählen.

Modelbahn- Fotografie ist ein Spezialgebiet im Bereich der sogenannten “Tabletop” Fotografie. also von eher kleinen Aufbauten, die man auf einem Tisch aufstellen kann.  Der Begriff “Tabletop” stand ja auch Pate bei der Bezeichnung für die Spur TT (1:120). Der Zusammenhang ist in der Fotografie derselbe wie bei der Moba. Das ist eben noch nicht ganz der Bereich der Makro- Fotografie, bei der sehr kleine Dinge sehr groß abgebildet werden, aber auch nicht wirklich groß genug, um zum Bereich der eigentlichen Studio- Fotografie zu gehören. Tatsächlich fotografiert man Tabletop meist unter “Studio- Bedingungen”, aber eben in kleinerem Rahmen. Die “klassische” Studio- Fotografie hat es meist mit etwas größeren “Objekten” zu tun,  wie z.B. so “etwas”:

Wir werden uns hier also in kleinem Rahmen mit der “Studio- Fotografie” befassen und sehen, wie wir uns für (teilweise sehr) kleines Geld und mit einfachen Mitteln ein schönes “Fotostudio im Kleinformat” für zu Hause aufbauen können. Generell sind die Grundlagen der Fotografie unabhängig vom geplanten Motiv und eher allgemeingültig. Man kann (zumindest wenn man später weiß, was man tut) auch immer gegen diese Grundregeln verstoßen. Nur wird es dann ungleich schwerer, ansprechende Fotos zu bekommen. Wenn das aber trotz Missachtung der Grundregeln gelingt, sind solche Fotos meist besonders spannend und beeindruckend. Dazu benötigt man aber viel Erfahrung und Können, damit das später nicht einfach wie ein “vermurkstes” Foto aussieht…

Es werden hier also auch Sachen behandelt, die nicht unbedingt für die MoBa Fotografie entscheidend sind, aber die für ein allgemeines Verständnis, wie Fotografie funktioniert, wichtig sind.

Aber nun lasst uns anfangen. Leider, wie oft, zunächst mit den notwendigen  Grundlagen und eher theoretisch. Praktische Beispiele folgen dann später…

Das Inhaltsverzeichnis:

Theorie

Teil 1: Licht

Das Licht ist ganz allgemein beim Fotografieren die wichtigste Komponente. Deswegen wird das Licht hier zuerst behandelt.

A:  Lichtfarbe

B:  Lichtform

C:  Studio- Blitzlicht

D:  Studio- Dauerlicht

E:  „Normale“ Blitzgeräte

F:  Nicht selbst leuchtende Lichtquellen

 

(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Nicht selbst leuchtende Lichtquellen

Nicht selbst leuchtende Lichtquellen.

Das hört sich irgendwie absurd an, aber ist eigentlich ganz naheliegend.  Jedes Objekt reflektiert Licht und stellt somit pauschal eine Lichtquelle dar, sofern Licht auf das Objekt trifft.  Schwarze Löcher mal ausgenommen…

Ein schönes Beispiel für solch eine Lichtquelle aus der Natur ist unser Mond. Der Mond leuchtet nicht selbst, sondern reflektiert nur das Licht der Sonne. Trotzdem reicht das in Vollmondnächten aus, die Landschaft so zu beleuchten, das man fast alles erkennen kann…

Gleiches kann man im kleinen Rahmen für unser “Fotostudio” aber auch wenn man draußen fotografiert, ausnutzen. Tatsächlich wird das sogar sehr häufig gemacht. Dabei kann der Raum selbst der Reflektor sein. Zum Beispiel beim indirekten Blitzen gegen die Decke. Oder auch die Studiobox mit ihren, das Licht zurück werfenden Wänden. Daneben kann man jederzeit Aufheller (so nennt der Fotograf diese Reflektoren) käuflich erwerben oder auch, mit einfachsten Mitteln selbst herstellen.

Käufliche Aufheller sind meistens zum Zusammenfalten und haben oft eine silberne und eine goldene Seite. Sie gibt es in Rund, Oval, Eckig oder sonst welchen Formen und in unterschiedlichsten Größen.

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Damit kann man unerwünschte Schatten, z.B. um die Augen, wenn man draußen Portraits fotografiert, beseitigen. Ich habe so etwas auch immer in der Fototasche, da die Teile sehr günstig sind…

Der Nachteil dieser Aufheller ist, das man eine zweite Person benötigt, um sie zu halten und auszurichten. In unserem “Studio” können wir aber auch problemlos auf selbst “gebaute” Aufheller zurückgreifen. Ein einfaches, geknicktes Blatt Papier kann aufrecht stehend schon viel bewirken. Weißes Styropor bringt in der Regel erheblich mehr. Noch effektiver sind aber Aufheller aus zerknitterter Alu Folie. Die Alu Folie aus der Küche “entwenden” , zusammen knüllen und wieder etwas glätten. Dann kann man sie auf Pappe oder ähnliches aufkleben und mit Stützfüßen versehen. Da diese Aufheller praktisch nichts kosten, kann man sich davon eine ganze Menge in unterschiedlichen Größen und Formen basteln… Damit kann man das Motiv erheblich besser ausleuchten als es nur mit einer oder zwei Lampen der Fall ist.

Das ist das Ende des ersten Theorie- Teils. Vieles von dem, was es hier zu lesen gibt, werden wir später auch noch praktisch ausprobieren. Im zweiten Theorie- Teil geht es dann um die Technik der Kamera, Verschlusszeit, Blende, Belichtung, Schärfe, Schärfentiefe, Brennweite, Perspektive, Abbildungsmaßstab usw…

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – “Normale” Blitzgeräte

“Normale” Blitzgeräte

Es fehlen noch die “nicht so tollen” Möglichkeiten in Form von “normalen” Blitzgeräten, sei es zum Aufstecken oder ganz schlecht, fest eingebaut…

Aufsteckblitze kennt fast jeder. Das sind Blitzgeräte, die man oben auf die Kamera steckt und die dann von der Kamera passend ausgelöst werden. Diese Lösung ist auf jeden Fall besser als die fest eingebauten Blitze. Zum Einen sind sie meist leistungsstärker und zum Anderen kann man hier zumindest etwas mit dem Licht gestalten. Meist kann man diese Blitze etwas weg von der Kamera bewegen, womit rote Augen meist vermieden werden. Außerdem ist leicht seitlich oder von Oben einfallendes Licht gefälliger als direkt von vorne Kommendes… Daneben kann man damit, eine weiße Decke vorausgesetzt, den Blitz auch indirekt gegen die Decke richten und somit ein sehr viel weicheres, schöneres Licht erzeugen…

Man kann, sofern indirektes Blitzen nicht möglich oder sinnvoll ist,  verschiedene Vorsätze vor den Blitz spannen, um das Licht etwas weicher zu machen.  Von einem simplen Papier- Taschentuch, das man etwas “bauchig” mit einem Gummi vor den Blitz spannt über Kunststoff- Vorsätze (despektierlich oft “Joghurtbecher” genannt),

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bis hin zu den oben bereits erwähnten Mini- Softboxen:

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All das ist in 99,999% der Fälle besser als das Licht einfach so aus dem Blitz auf das Motiv zu “knallen”.

Hieran kann man schon erkennen, das es das denkbar schlechteste Licht ergibt, wenn man “einfach so” blitzt. Deswegen sind Smartphones und einfache Kompaktkameras extrem ungeeignet, um “vernünftig” zu blitzen. Zumindest dann nicht, wenn man sie nicht mit andern Blitzgeräten ergänzt. Es gibt nämlich auch viele Blitzgeräte, die über einen Fotozelle verfügen und durch den in der Kamera/Smartphone eingebauten Blitz synchron mit ausgelöst werden. Das können z.B. nahezu alle Studioblitze, aber es gibt auch kleine, kompakte und tragbare Blitze, die so etwas können. Hier ein Gerät von Canon, das aber auch mit allen anderen Kameras funktioniert:

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Im Zweifel gibt es die Fotozellen zum Auslösen von Blitzgeräten auch für kleines Geld einzeln,

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so das man einen vorhandenen bzw. günstig (gebraucht) erworbenen Blitz trotzdem auch mit dem Smartphone zusammen verwenden kann. Der auf so einen Sensor aufgesteckte Blitz löst dann aus, wenn auch der Blitz der Kamera/des Smartphones auslöst. Deswegen muss man zum einen unbedingt den Blitz manuell zuschalten und zum anderen die Belichtung manuell einstellen können.

Eine sehr interessante und sehr günstige Sonderform dieser “Slave- Blitzgeräte”, die sich fast immer lohnt,  auch dann wenn man plant, eine “richtige” Studioblitzanlage anzuschaffen stellen die “Glühbirnen- Blitze” dar:

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So einen Blitz schraubt man in eine normale Lampenfassung (Format E27). Darüber wird er mit Strom versorgt und löst automatisch mit aus, wenn ein anderer Blitz gezündet wird.  Hat man Studio- Dauerlicht mit eine entsprechenden Fassung (wie oft bei günstigen Sets) kann man so das (Video-) Licht auf Blitz zum Fotografieren umstellen. Aber man kann ihn auch in Kombination mit einem Studioschirm als Ersatz für ein “richtiges” Studio- Blitzgerät verwenden.  Es gibt keine günstigere Möglichkeit an “Studioblitz- Feeling”  zu kommen. Ich habe mir gerade ein Set mit 2 solcher Blitzgeräte, 2 Stativen, 2 Fassungen und 2×2 Studio- Schirmen (2x Durchlicht weiß, 2 x Reflex- Silber) für zusammen nicht mal 40€ bestellt. Es soll zum Wochenende hier sein.

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Einen solchen Blitz habe ich schon seit vielen Jahren. Nun kommen zwei weitere hinzu. Zusätzlich werde ich mir nach meiner OP auch noch ein Set mit 2 LED Dauerlicht- Softboxen anschaffen. Diese haben ebenfalls E27 Fassungen, so das ich die Softboxen wahlweise mit, umgerechnet auf herkömmliche Glühbirnen, 900 Watt Dauerlicht oder mit 45Ws Blitzlicht bestücken kann. Zum Verständnis, da sich die 45 Ws erst mal nicht nach viel anhören im Vergleich zu den 900 Watt des Dauerlichts. Der Blitz liefert bei ein mal Blitzen dieselbe Lichtmenge, die eine Lampe mit 45 Watt im Verlauf von 1 Sekunde liefern würde…  Allerdings ist die Leuchtdauer des Blitzes erheblich kürzer, so das die gesamte Lichtmenge nicht in 1 Sekunde sondern in 1/200 Sekunde freigesetzt wird. Für ein Foto muss es nicht länger “hell” sein. Alles was vorher oder nachher an Licht scheint, ist für das Foto nicht wirksam, da es nicht auf den Sensor fallen kann. Von daher spielt es keine Rolle, das der Blitz nur 1/200 Sekunde leuchtet. In dieser sehr kurzen Zeitspanne von 1/200 Sekunden wird nun dieselbe  Lichtmenge ausgestrahlt, wie eben sonst bei 45 Watt in einer Sekunde. Tatsächlich entspricht die Lichtmenge, die für das Foto relevant ist, der einer (Dauer-)  Lichtquelle mit 45 x 200 = 9000 Watt… Das ist die zehnfache Lichtmenge, die das (an sich schon sehr helle) LED Studiolicht für ein Foto bereit stellen könnte. Wie viel Licht ein “richtiger” Studioblitz mit 250 Ws oder auch 600 Ws oder noch viel mehr dann zur Verfügung stellt, ist kaum noch vorstellbar…

Man kann die “Glühbirnen- Blitze” auch in vorhandene Lampen schrauben, wenn man ein “normales” Zimmer fotografiert. Dann sieht es selbst auf dem, mit Studioblitzgeräten geblitzten Foto so aus, als ob die Lampe eingeschaltet wäre (ist sie ja eigentlich auch).

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Studio- Dauerlicht

Studio- Dauerlicht

Als zweitbeste Lösung, speziell wenn man nicht so bewegliche Motive wie die junge Dame auf dem ersten Foto, sondern wie bei der Modellbahn- Fotografie üblich eher kleine und ruhig stehende Objekte fotografiert, ist Studio- Dauerlicht, am besten in Form von  LED Studiolampen. Die verbrauchen wenig Strom und werden nicht so heiß wie andere Lichtquellen… Dazu ist dann aber ein Stativ für die Kamera nötig, sofern man keine verwackelten und verrauschten Bilder haben will denn die Lichtmenge ist um ein Vielfaches kleiner als bei Blitzgeräten. Dafür kann man diese Leuchten in aller Regel auch zum Video Filmen verwenden.

Hier kann man für ganz kleines Geld einsteigen, in dem man sich eine “Lichtbox” oder “Studiobox” anschafft. Diese fangen bei unter 20€ an (mit Glück kann man sie auch schon mal für unter 10€ bekommen) und es gibt sie in verschiedenen Größen mit unterschiedlichen Lichtquellen zu verschiedenen Preisen. Generell gibt es zwei Typen.

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Zum Einen die weißen Boxen, die man sowohl von innen als auch von Außen mit Licht bestücken kann. Das hat fast immer Vorteile, außer man benötigt sehr kontrolliertes Licht in einer sehr hellen und unruhigen Umgebung. Dann, und nur dann sind schwarze Studioboxen, die nur von Innen ausgeleuchtet werden können, von Vorteil.

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Diese Studioboxen werden in aller Regel mit mehreren verschiedenfarbigen Hintergründen ausgeliefert, mit denen man die unterschiedlichsten Objekte gut vom Hintergrund abheben kann. Schwarz und Weiß sind eigentlich immer dabei und werden auch am häufigsten benötigt. Hat die eigene Box keinen passenden Hintergrund dabei, kann man sich auch immer mit farbigem Fotokarton aus dem Bastelladen oder dem Künstlerbedarf helfen. Stoff, Folien oder ähnliches kann man natürlich auch einsetzen, um bestimmte Effekte zu erzielen wobei matte Materialien in der Regel zu bevorzugen sind, um unerwünschte Reflexe auf dem Hintergrund zu vermeiden. Die kreativen Möglichkeiten sind enorm und werden eigentlich nur durch die eigene Fantasie beschränkt. Man ist keinesfalls auf die mitgelieferten Hintergründe beschränkt.

Bei den “weißen” Boxen gibt es welche (die überwiegende Mehrzahl), bei denen das Licht fest unter der “Decke” montiert ist. Damit bekommt man eine schattenarme Ausleuchtung hin, wie man sie z.B. für eBay Fotos ganz gut gebrauchen kann. Aber man hat kaum Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Licht, da man die Position nicht verändern kann…

Deswegen habe ich mir eine Studiobox mit getrennt aufstellbaren LED Lampen gekauft. Leider ist diese Box aktuell nicht mehr bei Amazon gelistet. Deswegen kann ich keinen Link dazu einstellen… Meine Box ist 40x40x40 cm groß. Für meine 0e Fahrzeuge reicht das locker aus.  Ich will mir noch mal ein “Foto- Gleis” bauen, das genau in die Box passt. Damit kann ich dann meine Fahrzeuge stilvoll und gut ausgeleuchtet präsentieren. Besonders, so lange meine Anlage noch alles andere als “fotogen” ist…

Daneben gibt es auch größere Sets mit Studio- Licht als Dauerlicht.

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Die Lichtform ist praktisch mit dem vorherigen Studioblitz- Set identisch. Die zur Verfügung stehende Lichtmenge ist aber um ein vielfaches geringer und der Stromverbrauch um ein vielfaches höher als beim Blitz- Set.  Dafür kostet so ein Set gerade mal 50€. Für Leute, die gerne Filmen sicher eine besondere Überlegung wert. Nur zum Fotografieren würde ich aber immer, sofern möglich, Blitzgeräte bevorzugen…

Deswegen will ich mir demnächst wieder ein Studioblitz- Set ähnlich wie das weiter vorne verlinkte Beispiel anschaffen. Auch wenn ich schon lange keine Portraits wie das ganz vorne (natürlich mit Studio- Blitzgeräten ausgeleuchtet) mehr fotografiert habe, so sind mir die Lichtmenge und die Gestaltungsmöglichkeiten mit den beiden bei der Box mitgelieferten LED Lampen einfach nicht ausreichend.  Da ich eher nicht so der Videograf bin, sondern mehr der Fotograf, geht meine Tendenz hier eindeutig hin zu Studioblitzen…

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Studio- Blitzlicht

Studio- Blitzlicht

Mit Abstand am besten für das Fotografieren geeignet sind Blitzgeräte wie sie im Profi Foto- Studio verwendet werden. Sie haben austauschbare “Lichtformer”, also Vorsätze für den Blitz, mit denen man das Blitzlicht ganz nach Wunsch gestalten kann.  Damit ist ganz weiches, aber auch ganz hartes gerichtetes Licht möglich, exakt so, wie das Motiv es erfordert. Um sehr weiches Licht zu bekommen, benötigt man eine sehr große, gleichmäßig leuchtende Fläche. Bei Studio- Blitzen oder auch Studio- Lampen wird das meist über Softboxen oder Studioschirme erreicht.  Studioschirme sehen tatsächlich aus wie Regenschirme, die entweder weiß durchsichtig sind und das Licht durch den Schirm auf das Motiv leuchtet oder sie sind silber- bzw. goldfarben reflektierend, wobei das Licht dann umgelenkt wird und nur noch indirekt auf das Motiv scheint. Beides hat seine Vorteile, aber auch Nachteile.. Das durchscheinende Licht ist etwas stärker gerichtet. Das muss nicht immer schlecht sein. Außerdem ist die Ausbeute beim Licht etwas besser. Der Durchlichtschirm “verschluckt” also etwas weniger Licht als der “Reflexschirm”.

 

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Hier sind gleich drei verschiedene Studioschirme zu sehen. Die beiden, die außen schwarz sind, sind Reflex- Schirme. Der innen Silberne macht neutrales Licht wohingegen der Goldene warmes Licht liefert. Der komplett weiße Schirm ist ein Durchlicht- Schirm.

Meist wird aber mit sogenannten “Softboxen” gearbeitet, da sie in aller Regel das “schönste” Ergebnis liefern. Sie sind meist wie ein pyramidenförmiges Zelt aufgebaut. Der Blitz sitzt dann in der Spitze und die eigentliche Leuchtfläche ist der Boden der Pyramide. Im Prinzip ist eine Softbox eine Kombination von beiden Arten Studio- Schirmen. Die Softbox ist von außen Schwarz, damit kein Licht austreten kann, außer dort, wo es gewünscht ist. Von innen sind die Softboxen mit einer reflektierenden Schicht ausgestattet, so das alles Licht, was am “Boden der Pyramide” zurück reflektiert wird, erneut Richtung Motiv geleitet wird. Softboxen gibt es von wenigen cm Größe, die man auf einen herkömmlichen Aufsteckblitz bauen bis hin zu Größen, mit denen man ganze LKW ausleuchten kann… Im “Hobbystudiobereich” setzt man vorrangig Softboxen von ca. 40 cm bis etwa 120 cm Größe ein. Zu klein ist die Wirkung oft nicht ausreichend, zu groß wird es unhandlich…

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Hier ist mal eine achteckige Softbox abgebildet. Es gibt sie halt in ganz unterschiedlichen Formen, wobei die rechteckigen Softboxen am verbreitetsten  sind…

Wenn man sich unten das Beispiel für eine Studioblitz- Anlage anschaut findet man im Set auch 2 Softboxen…

Dank unserer chinesischen Freunde gibt es nämlich inzwischen auch für Hobby- Knipser durchaus erschwingliche Studio- Blitzanlagen. Diese starten so im Bereich von 200€ bis 300€ für ein Set, mit dem man schon eine ganze Menge anfangen kann.

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Das oben abgebildete Set kostet gut 200€ und beinhaltet alles, was man für den Anfang braucht.

Diese Studio- Blitze sind unabhängig von der eigentlichen Kamera und lassen sich sowohl mit einer Profi- Spiegelreflex als auch mit einem Smartphone verwenden. Und natürlich mit allem, was dazwischen liegt. So lange man dort die Belichtung und den Blitz manuell einstellen kann, was bei den etwas besseren Geräten in aller Regel der Fall ist. Kann das vorhandene Smartphone das nicht, hilft oft eine alternative Kamera- App. Geht es dann immer noch nicht, sollte man sich nach einer eigenständigen Kamera oder nach einem besseren Smartphone umschauen…

Die Studio- Blitzgeräte stellen defacto die Spitze der Kunstlicht- Evolution im Bereich der Fotografie dar, obwohl es sie schon seit fast 100 Jahren gibt. Denn neben der großen Lichtmenge, der kurzen und somit  verwacklungsarmen Blitzdauer besitzen Studioblitze auch noch ein sogenanntes Einstelllicht, das vom selben Punkt her scheint wie der Blitz selbst. Dadurch kann man, obwohl man den Blitz ja nicht sehen kann, genau beurteilen, wie das  Blitzlicht aussieht…

Rote Augen gibt es beim Studioblitz nicht, genau so wenig wie bei allen anderen Arten von “entfesseltem Blitzen”. Die typischen roten “Blitzaugen” entstehen durch Lichtreflektionen an der stark durchbluteten Netzhaut im Auge. Das Rot, was man sieht, ist tatsächlich Blut. Diese Reflektionen folgen natürlich den physikalischen Gesetzen (Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, schon mal gehört?) und sind deswegen um so stärker zu erkennen, je näher der Blitz am Objektiv ist. Deswegen haben Aufsteckblitze damit schon erheblich weniger Probleme als die unmittelbar neben den Objektiven eingebauten internen Blitze. Studioblitze sind aber immer so weit entfernt von der Kamera, das die (immer vorhandenen) Reflektionen nie in das Objektiv und damit nie auf das Bild gelangen können.

Aber Studioblitze sind groß, schwer und benötigen fast immer einen Stromanschluss. Deswegen sind sie viel weniger verbreitet, als sie es eigentlich sein sollten. Auf eine Wanderung würde ich allerdings auch keine Studio- Blitzgeräte mitnehmen, logisch.

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Lichtform

Lichtform

Neben der Lichtfarbe und der eigentlichen Menge spielt in der Fotografie die Lichtform eine ganz entscheidende Rolle. Eigentlich ist die Lichtform sogar wichtiger als alle anderen Kriterien, mit Abstand.

Was muss man sich unter “Lichtform” vorstellen? Nun, wenn der Himmel wolkenverhangen ist, dann wird der ganze Himmel gleichmäßig zu einer riesigen Lichtquelle.  Man kann weder Schatten sehen  noch erkennen, von woher das Licht kommt.  Hier haben wir eine “unendlich” große Lichtquelle.  Als das andere Extrem stellen wir uns einen Taschenlampe vor, die im Dunkeln einen kleinen Punkt anstrahlt. Hierbei gibt es extreme Schatten und man hat überhaupt keine Probleme zu erkennen, woher das Licht kommt… Das ist der Unterschied zwischen einer quasi unendlich großen Lichtquelle und einer mit  nur wenigen mm Größe…

Beide Extreme sind aber kein besonders “schönes” Fotografierlicht.  Der graue Himmel verursacht einfach ein Grau in Grau, man hat kaum Kontraste im Bild. Das wirkt schnell fad und öde. Die fehlende Licht- Richtung ist obendrein eher verwirrend. Trotzdem ist so ein Licht viel besser als ein Mini- Spot, wie ihn die Taschenlampe oder leider auch die eingebauten Blitzgeräte liefern. Vergleicht man so einen Blitz von der Fläche her mit dem Himmel über uns, so kann man sich vorstellen, wie “Unnatürlich” das aussieht. Dazu muss man wissen, das jede Kamera, egal wie gut oder modern sie auch sein mag, die Kontraste, also die Unterschiede zwischen Hell und Dunkel, nicht im gleichen Umfang wie das menschliche Auge erfassen kann. Die Kameras werden in diesem Punkt zwar immer besser, aber durch die Fähigkeit des Auges, sich an unterschiedliche Helligkeiten zu adaptieren, werden es die Kameras auch in Zukunft schwer haben, dort jemals hin zu kommen, was ein durchschnittliches menschliches Auge zu leisten vermag. Also sollte das “Fotografierlicht” keine zu hohen Kontraste erzeugen und keine zu starken Schatten werfen. Ganz ohne Schatten ist zwar auch fad, aber meist hat man mit zu starken und ungünstig verlaufenden Schatten zu kämpfen. Deswegen versucht man meist, das Licht weicher, also mit weniger stark ausgeprägten Schatten zu gestalten.

Dabei ist Blitzlicht eigentlich das ideale Kunstlicht zum Fotografieren. Die Lichtfarbe ist konstant und dem Tageslicht sehr ähnlich. Die Lichtmenge ist sehr groß, die Leuchtdauer sehr kurz, was zu weniger Verwacklungen sowie niedrigen ISO Werten (Lichtempfindlichkeiten, Erklärung später) führt, wodurch das Bildrauschen minimiert wird. Wenn da nur nicht die viel zu kleine leuchtende Fläche wäre.

Doch dagegen kann man etwas unternehmen. Aber was? Man vergrößert “einfach” die leuchtende Fläche.  Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Einige davon werden wir kurz ansprechen.

Ab hier folgen Beispiele von Amazon. Ich habe mit den Produkten, den Herstellern oder den Verkäufern nichts zu tun und kann nicht mal die Tauglichkeit für einen bestimmten Zweck bestätigen. Die Bilder dienen ausschließlich zu Veranschaulichung.

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(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Lichtfarbe

Lichtfarbe

Als Lichtquelle für meine Lackierbox habe ich mir eine LED Leuchte mit in drei Stufen einstellbarer Farbtemperatur, 3000K, 5000K und 6500K gekauft.  Darüber bin ich überhaupt erst auf dieses Thema gekommen.

K steht für Kelvin, was eigentlich nichts anderes ist als °C, also eine Temperatureinheit. Nur das Kelvin nicht beim Gefrierpunkt von Wasser (0 °C) sondern beim absoluten Nullpunkt (entspricht -273,15 °C) anfängt zu zählen. Deswegen gibt es keine “negativen” Kelvin, denn nichts kann kälter als der absolute Nullpunkt werden. Das wiederum erleichtert das Rechnen mit den Temperaturen, weswegen Kelvin in der Wissenschaft bevorzugt wird… Die Schritte sind aber gleich. Ein K Unterschied ist gleich ein °C Unterschied.  Diese Temperaturen oben sind also ungefähr 2700 °C, 4700 °C und 6200 °C, also ziemlich heiß.

Wieso wird denn eine “Farbe” als Temperatur angegeben?  Der Begriff Farbtemperatur ist sicher schon mal irgendwo aufgetaucht. Er rührt daher, das es in der Physik einen “idealen Strahler”, der auch “Plankscher Strahler” (nach Max Plank) genannt wird, gibt. Das ist ein Körper, der alle Energie, die er aufnimmt als reine Strahlung wieder abgibt. Die Farbtemperatur entspricht dann der Lichtfarbe, die ein Plankscher Strahler bei der entsprechenden Temperatur abstrahlen würde.  In der Realität gibt es das natürlich nicht, aber man kann damit in der Physik schön rechnen.

Vermutlich hat aber jeder schon mal gesehen, wie Metall erhitzt wird. Es fängt irgendwann an dunkelrot zu glühen. Erhitzt man es weiter, so ändert sich die Farbe über Gelb bis im Extremfall zu Blau. Das entspricht dem Verhalten des Plankschen Strahlers. Dieser Zusammenhang ist der “Pate” für den Begriff “Farbtemperatur”. Je heißer das Metall, desto “blauer” ist das Licht, das es abstrahlt.

Umgangssprachlich ist es aber eigentlich genau anders rum. Warmes Licht ist eher Rot-Gelb und kaltes Licht ist eher Blau. Das hängt aber mit den Wetter- Bedingungen zusammen. Wenn die Sonne scheint, ist das Tageslicht mehr Rot-Gelb, ist es bewölkt, so ist das Tageslicht viel blauer. Deswegen hat “kaltes” Licht eine höhere Farbtemperatur als “warmes” Licht. Zugegeben, schon etwas verwirrend. Aber es ist nun mal so.

Aber (fast) egal welche Farbtemperatur auch immer, das menschliche Auge interpretiert nach einer kurzen Eingewöhnung alles das als “Weiß”. Dabei hat Licht tatsächlich ganz unterschiedliche Farben. Wenn man mal nachts durch eine beleuchtete Stadt geht, so kann man wunderbar an den beleuchteten Fenstern sehen, wie unterschiedlich doch das Licht eigentlich ist. Da gibt es Gelb- Orange Fenster, hinter denen schummriges “gemütliches” Licht brennt, aber auch “Grüne”, hinter denen Leuchtstoffröhren eingeschaltet sind. Leuchtstoffröhren werden meist in Büros oder anderen Arbeitsplätzen verwendet, weil das eher “ungemütliche” Licht die Produktivität erhöht…

Um wieder zu den unterschiedlichen Temperaturen zurück zu kommen. In der Fotografie hat “genormtes” Tageslicht eine Temperatur von 5500K  auf die fast alle Farbfilme (als man noch mit Film und nicht digital fotografiert hat) eingestellt waren.  Das entspricht dem Licht an einem sonnigen Tag mit leichter Bewölkung, die die Sonne ein wenig verschleiert. Also gemeinhin das, was man als “ideales” Fotgrafierlicht betrachtet. Tatsächlich hat Tageslicht aber eine große Spannbreite von der Morgenröte über strahlendem Sonnenschein oder grauem Himmel bis zur “blauen Stunde”… Kunstlicht hingegen ist meist entweder deutlich gelber bzw. röter oder, im Falle von “klassischen” Neonröhren auch grünlicher als durchschnittliches Tageslicht. Früher zu Zeiten, als man noch auf Film fotografiert hat, musste man entweder den Film- Typ ändern, wenn sich das Licht geändert hat oder man musste durch entsprechende Farbfilter (z.B. Blau, wenn man bei Kunstlicht mit Tageslicht- Film fotografieren wollte) eine Anpassung vornehmen. Sonst wurden die Fotos extrem Farbstichig. Ein analoger Film kann sich nämlich nicht an unterschiedliche Lichtfarben anpassen, wie es das menschliche Auge kann. Als Beispiel habe ich ja mal drei Fotos mit “simuliertem analogen Film” also deaktiviertem automatischen Weißabgleich (Erklärung dieses Begriffs folgt gleich) in der Lackierkabine gemacht. Ich zeige sie hier noch einmal.

3000K:

5000K:

6500K:

Zum beurteilen der Lackierung ist die mittlere Einstellung natürlich am besten geeignet. Zum Fotografieren mit deaktiviertem Weißabgleich übrigens auch…

In der Fotografie ist das heute alles kein Problem mehr, dank der Digitaltechnik. Jede Digitalkamera, egal ob groß oder klein, ob teuer oder billig ob Smartphone oder Profi Kamera, ob Foto- oder Video, wirklich jede Digitalkamera hat einen sogenannten “Weißabgleich”. Das ist die elektronische Simulation der Fähigkeit des menschlichen Auges, sich an unterschiedliche Lichtfarben anzupassen. Einfachere Kameras erledigen das vollautomatisch. Das funktioniert meistens sehr gut, aber eben nicht immer.  Speziell, wenn es sehr ungleiche Verteilungen der Farben im Bild gibt. Man stelle sich nur mal eine rote Wand vor, an der ein kleines, blaues Kunstwerk hängt. Je nach dem, wie viel man von der Wand im Bild hat, wird entweder die rote Wand in Richtung Grau verschoben, oder eben das blaue Kunstwerk. Deswegen haben bessere Kameras auch fest einstellbare Werte (ganz so wie früher der analoge Film) und einen “manuellen” Weißabgleich. Der manuelle Abgleich ist komplizierter in der Anwendung, im Ergebnis aber präziser. Dabei wird eine weiße Fläche (Papier, Wand oder was man auch gerade griffbereit hat) in den Sucher genommen. Dann wird der manuelle Weißabgleich vorgenommen.  und die Kamera “weiß” jetzt, was Weiß sein soll. Dann bleibt die rote Wand rot und das blaue Kunstwerk bleibt blau, so lange sich das Licht nicht ändert.

In der Regel brauchen wir uns heutzutage um die Lichtfarbe keine großen Gedanken mehr machen. Moderne Kameras haben das meist auch ohne unser Zutun im Griff. Zur Not kann man das in gewissem Umfang auch nachträglich noch in der Bildbearbeitung korrigieren. Aber es ist wichtig zu wissen, warum da manchmal etwas schief gehen und was man dagegen tun kann. Wenn bei unseren Aufbau ständig farbstichige Fotos vorkommen, müssen wir mal den Weißabgleich der Kamera kontrollieren und, sofern möglich auch mal manuell einstellen…

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Anycubic Eco 3D Resin, Geruchsneutral und aus Sojabohnen hergestellt.

Ich habe, nachdem ich bisher stets das Wasser- Waschbare Harz von Elegoo genutzt habe, ein (zumindest für mich) ganz neues Resin von Anycubic entdeckt. Das Resin ist rein auf pflanzlicher Basis (aus Sojabohnenöl) ohne chemische Inhaltsstoffe hergestellt . Außerdem soll es ungiftig sein und nicht riechen. Das musste ich natürlich sofort ausprobieren und habe mir zum Testen eine 500g Flasche (in Grau) für 14,44€ bestellt. Gewaschen wird es entweder mit Alkohol oder in “Prilwasser”… (Fast) Ungiftig, nicht stinkend und mit Geschirrspülmittel gewaschen, das wäre ja endlich mal eine echte Weiterentwicklung…

Eigentlich wollte ich ja als nächstes das ABS- Like Resin probieren, aber das Bio- Resin interessiert mich dann doch mehr. Es ist (wie fast immer über Amazon) binnen einem Tag angekommen. Es ist tatsächlich nahezu geruchslos. Wenn man die Nase direkt in die Flasche hält, dann kann man etwas Geruch erahnen. Mehr ist da aber nicht. Das Zeug ist übrigens tatsächlich wie grau eingefärbtes Sojaöl, auch von der Konsistenz her. Meinen Salat würde ich damit natürlich trotzdem nicht anrichten. ich bin nämlich Olivenöl Fan…  😉

Mit reinem Wasser kann man es übrigens nicht waschen. Das schmiert nur, eben genau wie wenn man Öl oder Fett mit Wasser abwaschen will… Man benötigt wirklich Seifenwasser oder Alkohol dafür.

Als erstes habe ich mal die passende Belichtungszeit ermittelt. Dafür gibt es ja Test- Dateien im Internet. Als Ergebnis kam für meinen Drucker (Elegoo Mars 1. Generation) 7 Sekunden heraus, also 1 Sekunde mehr als für das herkömmliche Harz, das ich bisher immer verwendet habe.
Die Ausdrucke fühlen sich ungehärtet ziemlich Fettig an, was ja nicht wirklich verwundert. Gehärtet habe ich noch nichts. Aktuell drucke ich gerade das Gehäuse für das C 50 Projekt. Wird aber wohl nicht mehr rechtzeitig fertig um es noch heute zu fotografieren oder zu beurteilen. Morgen muss ich wieder zu diversen Ärzten. Da weiß ich nicht, ob ich es schaffe, Fotos zu machen und hier einzustellen. Von Donnerstag bis Sonntag bin ich gar nicht zu Hause, also könnte es etwas dauern, bis es die Ergebnisse zu sehen gibt…

Zur Zeit bin ich zufrieden. Der Geruch ist absolut nicht mehr störend, beim Drucken überhaupt nicht mehr wahrnehmbar. Man muss kein teures IPO zum Spülen verwenden . Und es wird kein Erdöl dafür ver(sch)wendet sondern ein nachwachsender Rohstoff, eben Sojabohnen, genutzt.

Zu den eigentlichen Druckergebnissen kann ich natürlich noch nichts sagen, da der erste “echte” Druck zur Zeit noch läuft… Sobald ich da was genaueres weiß, stelle ich das hier ein.

Leider hat der Druck nicht funktioniert. Das lag aber nicht am Harz, sondern daran, das ein winziges Loch in der FEP Folie ist. Wie das da rein kommt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist deswegen etwas Harz unter den Tank gelaufen und hat natürlich das richtige Belichten verhindert. Dadurch ist das C50- Gehäuse nur teilweise gedruckt worden. Die Teile, die da sind, sehen ziemlich gut aus. Auch scheint die Stabilität eher besser als bei herkömmlichem Harz zu sein. Aber das kann ich so natürlich nicht wirklich beurteilen…

Zum Glück habe ich noch FEP Folien vorrätig. Nur ob ich es, bevor ich übers Wochenende weg fahre, noch schaffe, einen neuen Druck fertig zu bekommen, kann ich nicht versprechen…

Wie gesagt, dieses Problem kann man dem Harz keinesfalls anlasten. Das was ich unter diesen Umständen sehen konnte, ist aber vielversprechend. Bewahrheitet sich das so wie ich aktuell vermute, wird das Anycubic ECO Harz mein neuer Standard… Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Keine Geruchsbelästigung, kein Erdöl sondern nachwachsende Rohstoffe (Sojabohnen) als Basis, sehr viel geringere Giftigkeit des flüssigen Resins bei (fast) Lebensmittel- Echtheit der ausgehärteten Objekte, Gute Druckergebnisse und keine Unmengen von IPO zu entsorgen… Das “Prilwasser” sammele ich in einem Eimer (abgedeckt, damit keine Tiere an das Wasser können) den ich nach draußen stelle und vom Tageslicht vollständig durchhärten lasse. Der Wasser- Rest kann dann in Ruhe verdunsten und es bleiben nur noch kleinste Partikel zum Entsorgen… IPO würde zwar deutlich schneller verdunsten als Wasser, aber solche Mengen IPO in die Luft zu blasen, ist dann auch nicht sooo nett wohingegen verdunstetes Wasser einfach nur Wasser ist…