„Heidi“ Teil 1

Im Rahmen der Vorstellung der RTR Fahrzeuge möchte ich zeigen, wie man die Deltang RC Technik in ein Großserien- Fahrzeug einbaut. (Viel) Später wird es noch einen zweiten Teil geben, in dem es um die „Superung“ des 25 Jahre alten Modells gehen wird. Es handelt sich bei der „Heidi“, wie unschwer zu erkennen, um eine Fleischmann Magic Train Stainz,  die aus verschiedenen Modellen zusammen gesetzt wurde. Das Führerhaus und der schlanke Schlot stammen von einer Lok aus dem Geburtstags- Startset, das Fahrwerk ist aber komplett und stammt von einer „normalen“ Lok (#2200), eigentlich mit einem grünen Führerhaus und dickem Schlot ausgestattet. Ich habe sie vor geraumer Zeit von einem Forums- Kollegen so wie sie ist, gekauft. Mir gefällt dieser „Frankenstein“ recht gut, besser als die „echte“ 2200…

Diese Stainz ist bei der RTR als Lok „Heidi“ gelistet und wird vorrangig als Zuglok des „Glacier- Express“ Theme- Trains eingesetzt. Der „echte“ historische Glacier Express wird von einer blauen Dampflok gezogen, deswegen ist „Heidi“ ebenfalls Blau. Allerdings werden die Wagons im modernen Rot-Weiß lackiert werden, damit auch weniger Eisenbahn- interessierte Touristen den Zug als solches wieder erkennen können. Das der Glacier Express ursprünglich ganz in Blau war, wissen die meisten Leute nicht…

Der tatsächliche Einbau der RC Technik hängt natürlich sehr von den Platzverhältnissen in der jeweiligen Lok ab. Auch der „erlaubte“ Grad der „Zerstörung“ des Original- Zustands spielt eine entscheidende Rolle. Kann ich wild drauf los schneiden, sägen und fräsen oder soll die Lok so weit es möglich ist, im Original Zustand erhalten bleiben??? In diesem Fall möchte ich so weinig wie möglich an der Lok ändern, aber wenn es nötig ist, fräse ich auch mal was weg…

Zuerst mal ein Überblick über die Komponenten, die mir zur Verfügung stehen.

Oben ist ein 240 mAh LiPo Akku, der eigentlich für eine Spielzeug- Drohne gedacht ist und den es im 5-er Pack mit Ladegerät für 10€ in der e-Bucht gibt. Die einzige andere Akku- Größe (500mAh), die ich vorrätig habe, ist zu groß, also muss es dieser Akku werden. Damit wird sowohl die Elektronik als auch der Antrieb der Lok mit Strom versorgt. Ein einzelliger LiPo Akku hat etwa 3,7 Volt Nennspannung. Damit lassen sich zwar die RC- Empfänger problemlos betreiben, doch für die normal üblichen Motoren sind 3,7 Volt zu wenig. Deswegen benötigt man in aller Regel neben Akku und RC Empfänger noch einen sogenannten „Step Up Regler“. Das ist eine mehr oder weniger kleine Elektronik, die aus einer kleinen Eingangsspannung (hier also 3.7 Volt) eine höhere Ausgangsspannung erzeugt, z.B. 9 Volt. Mit 9 Volt laufen die meisten herkömmlichen Fahrzeuge schnell und kräftig genug…

Links auf dem Foto liegt je ein Deltang RX61 (größer) und RX63 (kleiner) RC- Empfänger. Vom RX63 habe ich einen zu viel, da ich letztens aus Versehen statt einem RX61 einen RX63 bestellt habe und ich keine Rücksendung nach England dafür machen wollte. Der RX63 verträgt nur bis zu 400mA Strom für Motor und Funktionen (Licht usw). Das wäre noch nicht mal all zu tragisch.  Aber der RX63 verträgt nur maximal 8 Volt am Eingang, womit auch die maximale Motorspannung auf unter 8 Volt begrenzt ist. Sehr oft werden die winzigen Pololu 9Volt Step Up Regler verwendet, um aus einem einzelligen LiPo Akku 9 Volt Fahrspannung zu „kitzeln“. Das ist mit dem RX 63 nicht möglich. Also muss man den winzigen Empfänger mit entweder 2 LiPo Zellen (= 7,4 Volt) oder einen im Verhältnis deutlich größeren Step Up Regler kombinieren. Die dritte Variante wäre der Einbau eines Motors für 6 bis 9 Volt und der Betrieb mit einem fixen 5 Volt Step Up Regler von Pololu (der genau so winzig ist, wie der 9 Volt Typ). Durchschnittliche H0 Fahrzeuge älteren Jahrgangs dürften mit 5 Volt sogar ganz passable Geschwindigkeiten erreichen. Da müsste man nur sehen, ob der Motor dann nicht zu viel Strom zieht. Neuere Fahrzeuge dürften aber oft zu langsam sein bzw zu wenig Zugkraft übrig behalten.

Da wir nun schon viel über Step Up Regler gesprochen haben… Auf dem Bild oben sind zwei gänzlich verschiedene Typen zu sehen. Das winzige Teil rechts unten ist so ein Pololu 9 Volt Regler. Darüber das große Teil ist ein No Name China Produkt. Der große Nachteil ist natürlich genau das, die Größe. Aber der China Regler hat auch 2 nicht zu unterschätzende Vorteile, weswegen ich, sofern vom Platz her möglich (wie z.B. in meiner GEC), lieber die „großen Brummer“ einbaue. Zum einen bekommt man locker 4-5 von den großen Teilen für den Preis eines einzigen Pololu Reglers und zum anderen kann man bei den China Teilen die Spannung mit der kleinen Messing- Schraube in dem blauen Kästchen (ein Trimpoti) einstellen. Damit ist es möglich, die Fahrspannung und damit die Höchstgeschwindigkeit exakt an die eigenen Vorstellungen anzupassen.

Zunächst wird mal nach einem Platz für den Akku gesucht, da ich hier keine Variationsmöglichkeiten habe.

Der erste Versuch ist unter dem Dach des Führerhauses, eine häufig zu findende Variante.

Allerdings fällt hier der Akku von der Seite betrachtet doch sehr störend auf, selbst wenn man noch versucht, ihn mit Farbe zu Tarnen. Außerdem hat das Personal dann keinen Platz mehr für den Kopf.  Somit ist diese Option im Prinzip vom Tisch. Leider sind bei der Stainz die Wasserkästen nicht durchgehend frei, sonst wäre da genug Platz. Das sieht man auf einem Foto weiter unten ganz gut. Bleibt noch der Boden des Führerhauses.

Wenn ich den Akku schon dort im eigentlich sichtbaren Bereich unter bringen muss, dann kann ich natürlich auch gleich den großen Regler nehmen. Der stört dann auch nicht mehr als der Akku selbst. Später bekommt das Führerhaus eine schwarze Abdeckung aus Karton oder Kunststoff, auf der zwei „halbe“ Lokführer montiert werden. So sieht man nicht mehr wirklich etwas von der Technik am Boden. Allerdings werde ich den Ein/Aus Schalter (einen Mini- Schiebeschalter) von Innen mittig an die Stirnseite des Führerhauses und die Ladebuchse an die (in Fahrtrichtung) rechte Seitenwand im Bereich vor der Tür ankleben. Zum Laden und ein- bzw ausschalten muss ich dann zwar das Dach abnehmen, was bei der Stainz aber gar kein Problem ist. Das Dach ist nur gesteckt und lässt sich kinderleicht abnehmen…

Fehlt noch der Platz für den Empfänger…

Der Empfänger ist deutlich flacher und kleiner als der Akku. Deswegen wäre eine Möglichkeit, den Empfänger unters Dach zu bauen. Allerdings muss man dann ziemlich viele Kabel zum Dach führen, was zum einen nicht so gut aussieht und zum anderen unpraktisch ist, wenn man das Dach öfter abnehmen muss…

Eine andere Möglichkeit wären die Wasserkästen. Aber wie weiter oben schon erwähnt, sind die nicht frei, sondern werden vom Stehkessel- Imitat teilweise blockiert.

Der RX 61 ist leider etwas zu lang, um ihn im Stehkessel selbst unterbringen zu können… Was nun? Klar könnte ich den Empfänger auch noch ins Führerhaus legen, doch dann ragt die Elektronik vermutlich über die Fenster- Unterkante hinaus, etwas, was ich wirklich vermeiden möchte. Wenn es schlecht läuft, bekomme ich den RX 61 ohne Fräsarbeiten am Stehkessel  nicht eingebaut.

Aber bevor ich das Modell „zerstöre“ teste ich erst mal, ob nicht vielleicht der RX 63 ausreicht, um die mit 2 LED ausgestattete Stainz mit genügend Geschwindigkeit zu betreiben… Dann müsste ich außer einem kleinen Loch für die Kabel- Durchführung nichts weiter an der Lok ändern… Das mache ich aber nicht mehr heute.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.