Die RTR Anlage V2.0

Ich habe den Plan für meine Anlage im Wohnzimmer ja wieder über den Haufen geworfen, nachdem ich zum ersten Mal zu Besuch auf der AHW war. Ich bin einfach ein „Kreisbahner“ meint, ich will einem Zug einfach mal eine Weile zuschauen können, während er seine Kreise zieht. So eine reine Rangieranlage, wie sie im Wohnzimmer aus Platzgründen hätte entstehen müssen, ist einfach nicht mein Ding. Nun habe ich inzwischen nach großer Räumerei und Schlepperei den nötigen Platz für eine Rundum- Anlage in meinem Schlafzimmer frei schaufeln können. Na ja, ist noch nicht ganz fertig, aber zumindest weiß ich jetzt genau, wie groß der mir nun zur Verfügung stehende Platz ist. Mir stehen jetzt stolze 3,10 mal 3,20 Meter für die Anlage zur Verfügung.

Leider hat sich inzwischen mein „Haus- und Hof“ Lieferant GT aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückgezogen und stellt sein supergünstiges Gleismaterial nicht mehr her. Wenn ich aber „normalpreisiges“ (also dreimal so teures) H0 Gleis kaufen müsste, dann kann ich besser gleich auf Peco 0e Gleis zurückgreifen. Das ist auch nicht teurer als durchschnittliches H0 Gleismaterial, macht aber viel weniger Arbeit, da man nichts an den Schwellen ändern muss. Hattons hat zur Zeit das 0e Flexgleis im Angebot, 12 Gleise für 46 GBP also etwa 55€, In Deutschland bekommt man dafür nicht mal die 6er Packung… Die Weichen kosten 14 Pfund. Heute habe ich eine Bestellung bei Hattons aufgegeben. neben Flexgleisen sind in dem Paket auch die notwendigen Weichen, um den Bahnhof „Charlottestown“ mit Peco Gleismaterial neu auszustatten. In ein paar Monaten (aber sicher noch vor dem endgültigen „Brexit“ Johnsoner Machart) werde ich hoffentlich wissen, was ich dazu noch an Gleismaterial benötige und noch mal eine Bestellung dort aufgeben. Hattons ist bei Peco Gleisen um etwa 40-50% günstiger als man das Peco Gleis in Deutschland bekommen kann. Den Preisvorteil muss ich einfach mitnehmen, so lange man noch keinen Zoll auf Waren aus UK zahlen muss.

Nun muss ich also die neue Anlage mit Peco Gleis (zumindest im sichtbaren Bereich) planen.

Hier erst mal der Raumplan (Erläuterungen dazu unten):

Der „vertäfelte“ Bereich in der Mitte stellt den Innenraum der Anlage dar, sollte also möglichst nicht zugeplant werden. Die Grundplattenhöhe der Anlage wird bei 71 oder 72 cm liegen müssen, da einige Möbelstücke unterhalb der Anlage stehen bleiben müssen. Rechts oben in der Ecke der Kreisausschnitt stellt den Schwenkbereich des Fensters dar. Das Fenster muss zwar nur ein paar Mal pro Jahr so weit aufgemacht werden (zum Putzen), trotzdem muss das möglich sein. Die Unterkante des Fensters liegt bei 86 cm über dem Boden. Feste Anlagenteile dürfen also hier nicht höher als etwa 85 cm, sein (und das bei 72 cm Unterkante Grundplatte). Falls Bäume oder gar ein Gebäude im Weg sein sollten, kann ich die aber leicht abnehmbar ausführen… Nur gut, das ich keine Oberleitung aufbauen werde…

Links der schwarze Balken, das ist der Bereich, in dem ein klappbares Teil eingebaut werden muss, um den Zugang ins Innere der Anlage zu ermöglichen.

Als weitere Schwierigkeit beträgt die „Dachhöhe“ an der gesamten unteren Anlagenkante nur 95 cm, da dort eine Dachschräge vorhanden ist. Ein weiterer Grund dafür, die Anlage so tief wie möglich aufzubauen…

Zusätzlich habe ich den „alten“ Bahnhof Charlottestown oben mal platziert. Dort in etwa soll er auch tatsächlich mit Peco Gleismaterial neu aufgebaut werden.

Der klappbare Bereich soll als große Flußbrücke, vermutlich als Klapp- der Drehbrücke, ausgeführt werden, allerdings nicht als funktionsfähiges Modell. Nur damit man sich vorstellen kann, wie Schiffe den „Grand River“ Flussaufwärts kommen können, obwohl es dort eine niedrige Brücke gibt…

Oben rechts neben der Ausfahrt aus dem Bahnhof Charlottestown soll der „Grand River“, allerdings deutlich schmaler, wieder in Erscheinung treten. Das ergibt einen guten Grund dafür, das Gelände so weit abzusenken, damit das Fenster geöffnet werden kann. Das Gleis überquert dann mit einer Brücke, vermutlich eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke) den Grand River und die untere „Ringstrecke“, die unmittelbar nach der Fluss- Überquerung in einem Tunnel unterhalb des Bahnhofs verschwindet. Im verdeckten Teil soll ein Ausweichgleis eine Zugkreuzung ermöglichen bzw als Schattenbahnhof fungieren. Vielleicht gibt es auch einen Anschluss für eine Zug- Kassette, mal sehen…

Die Ringstrecke taucht dann links kurz vor erreichen des klappbaren Teils aus dem Tunnel wieder auf, steigt wieder an und führt über die „Große Brücke“ nach links unten. Hier soll ein zweiter Bahnhof entstehen, „Pirates Cove“. Falls mir einfällt, wie, soll an Pirates Cove auch eine Mole bzw ein Hafen angeschlossen werden. Falls das platzmäßig nicht hin haut, landet der Hafen eben außerhalb und man benötigt entsprechende Phantasie…

Rechts sol dann die Ringstrecke ansteigen und ebenfalls nach Pirates Cove führen. Die Strecke von Charlottestown fällt ab, um ebenfalls nach Pirates Cove zu führen. Dadurch, das beide Strecken Steigungen eingebaut bekommen, ist die jeweils notwendige Steigung deutlich flacher um die notwendige Durchfahrtshöhe von 10??? cm zu erreichen. Oder sind 10 cm zu wenig für 0e (garantiert ohne Oberleitung und ohne Rollbock- Verkehr)? 12 cm wären sicher auch noch drin, aber dann müssten die Steigungen wieder spürbar steiler werden…

Also eigentlich ganz klassisch, ein teilweise verdecktes Oval (hier fast eher ein großer Kreis) mit abzweigender Strecke zu einem Endbahnhof… Diese Konzept ist ja nicht ohne Grund eines der beliebtesten Anlagen- Konzepte überhaupt.

Der „Schattenbahnhof“ wird mit 2 (bereits vorhandenen) Webcams überwacht. Bei RC Betrieb gibt es ja keine abschaltbaren Gleisabschnitte… Da muss man einen Zug auf Sicht anhalten können…

Mindestradien werden bei 18″ (46 cm) liegen. Allerdings nur an wenigen Stellen, vielleicht komme ich auch ganz ohne 18″ Radien hin. 18″ deswegen da Bachmann das als „optimalen“ Radius für meine beiden größten Loks , eine 4-4-0 American und eine 2-6-0 Mogul angibt. Sonst fahren vorrangig 2 oder 3 achsige Loks vom Schlage einer 0-4-2 Porter oder eine Stainz oder GMC oder Lh18 oder so was… Etwas Größeres als die Mogul wird es jedenfalls nicht geben. Die Mogul passt so gerade eben noch auf die Drehscheibe und steht schon an beiden Enden über. Die American ist ein gutes Stück kleiner. Die Mogul ist definitiv das Ende der Fahnenstange…

Ich habe mal eine ersten Entwurf gemacht, wie der Gleisplan grundsätzlich aussehen könnte. Die Steigungen sind bei 1,5 bis 2%, was kein Problem darstellen sollte. Die lichte Höhe liegt bei 11 cm, was ausreichen müsste. Und besonders erfreulich, ich habe nirgends den 18″ / 46 cm Mindestradius verwenden müssen. Der kleinste Radius im Plan liegt bei knapp 55 cm, damit kann man sicher gut leben… Die Nutzlängen sind in beiden Bahnhöfen mehr als ausreichend für die geplanten Züge. Es lassen sich etwa 8-9 Magic Train oder 5-6 4-Achsige Bachmann Wagen unterbringen. So lange Züge werde ich eher selten fahren.

Der unterirdische Bereich ist noch gar nicht geplant (einfach nur mit Flexgleis verbunden) und auch der Bahnhof „Pirates Cove“ (unten im Plan) ist nur ein erster Roh- Entwurf. In Pirates Cove ist Gleis 1 (von unten, EG kommt an den unteren Anlagenrand) für den Verkehr von und nach Charlottestown vorgesehen. Über Gleis 2 können die Loks umgesetzt werden. Der „Ringverkehr“ verwendet vorrangig Gleis 2. Gleis 3 ist als Freiladegleis geplant und Gleis 3a bekommt eine Seiten und Kopframpe. Gleiswaage oder Ladelehre wird es nicht geben. Das Ganze spielt ja auf einer tropischen Insel. Da wird sowas nicht so eng gesehen…

„Mein“ Schiffsanleger fehlt mir hier aber.

Ursprünglich hatte ich vor, ihn an der linken Seite im unteren Bereich direkt an der Anlagenkante zu bauen. Dann würde dort ein passend skaliertes Foto eines großen Überseeschiffs die Hintergrund- Kulisse bilden. Dazu müsste ich die Einfahrt nach Pirates Cove abändern und verkürzen, eine zusätzliche Weiche einbauen und die Gleise insgesamt etwas anders legen. Das wäre dann aber nur ein Stumpfgleis, Lieber wäre mir aber eine Umsetzmöglichkeit im Hafen…

Das wäre wenn überhaupt dann nur auf einem Ansatzbrett im Anlagen- Inneren möglich, also würde der Hafen dann etwas den Fluss aufwärts wandern. Durchaus häufig beim Vorbild zu beobachten (Bremen oder Hamburg, um nur mal 2 Beispiele aus Deutschland zu nennen). Eine Anbindung könnte über das jetzige Gleis 3 erfolgen, welches als Freiladegleis vorgesehen war.
Um zu probieren, ob ich da überhaupt „ums Eck“ kommen würde, habe ich an Gleis 3 mal einen 180° Bogen mit RocoLine R4 (485mm Radius, also etwas größer als 18″) angebaut:

Und siehe da, es reicht locker aus. Mal sehen, was ich letztendlich machen werde. Am zweiten Plan sieht man, wie eng der 18″ Radius eigentlich ist.

Anfangen werde ich jedenfalls mit dem Bau des jetzt noch gar nicht gezeichneten Schattenbahnhofs. Danach kommt der darüber liegende Bahnhof Charlottestown an die Reihe. Für diese beiden Abschnitte habe ich (sobald mein Hattons Paket angekommen ist, soll laut DPD am Dienstag kommen) alles notwendige Gleismaterial und auch alle nötigen Weichen- Antriebe (aka RC-Servos) vorrätig.

 

Kleines Update. Gerade sind die Peco Gleise und Weichen angekommen… Vorgestern Nachmittag in England bestellt, heute Vormittag schon da. Und das bei über 1000 Km Distanz und einer Fähre (bzw eine Eisenbahn Verladung durch den Kanaltunnel). Schneller geht es sicher nicht, vor allem für Standard- Versand. Auch wenn man den Kram selbst abholen würde, würde man vermutlich fast ebenso lange brauchen (und „etwas“ mehr als 9 Pfund bezahlen müssen)… Hut ab. Das war meine erste Bestellung bei Hattons, aber vermutlich nicht meine Letzte.

 

Ich habe dann mal ein wenig mit dem Hafen als Ansatz- Teil gespielt und dabei gleich auch die „Gegenstelle“ für den Endbahnhof Charlottestown in Form einer Kehrschleife integriert. Ohne Kehrschleife müsste ich eigentlich in Pirates Cove eine zweite 10,5 Zoll (mindestens) Drehscheibe einbauen, damit meine (aktuell 3) Schlepptenderloks nicht ständig Tender voraus fahren müssen. Durch die Kehrschleife, die ja um Ursprungskonzept und in der Hintergrund- Geschichte in Form eines Gleisdreiecks von Anfang an sowieso vorgesehen war erübrigt sich die zweite Drehscheibe, für die ich wohl keinen Platz finden würde.

So wie die Kehrschleife angeordnet ist, muss ein Zug aus Charlottestown zweimal die Ringstrecke entlang fahren, davon einmal durch die Kehrschleife und den Hafen (= die Ausweiche im Innenbereich der Anlage), bevor er wieder nach Charlottestown zurückkehren kann. Eine Fahrstrecke von ca 30 Meter. Schon gar nicht schlecht auf einer 3 x 3 Meter Anlage…
Der Zug von Charlottestown fährt zunächst nach Pirates Cove auf Gleis 1. Von dort muss er über die große Brücke durch (in) den Schattenbahnhof. Nun kann der Zug entweder zunächst über „Pirates Cove Harbor“ und dann über Pirates Cove auf Gleis 3 oder anders herum wieder durch den Schattenbahnhof. Von hier über die große Brücke nach Pirates Cove auf Gleis 1 und zu guter Letzt wieder nach Charlottestown zurück.

Der Zusatzteil im Inneren der Anlage wird aber auf jeden Fall als letztes gebaut. Alleine schon, weil ich ihn ja ständig abmontieren müsste, um am unteren Teil mit dem Bahnhof Pirates Cove zu werkeln…

Eigentlich wollte ich „unterwegs“ auch noch irgendwo eine Zuckerrohr Plantage und/oder eine Rum- Destille mit Gleisanschluss darstellen, aber ich fürchte, das wird zu voll. Es ist ja jetzt schon alles mit Gleisen „zugepflastert“. Andererseits ist gerade der Zuckerrohr- Transport der Grund, warum seinerzeit die RTR überhaupt gebaut wurde, auch wenn heutzutage das Geld mit den Touristen- Zügen verdient wird und nicht mehr durch den Güterverkehr…

Nur ein kurzes Lebenszeichen. Ich bin aktuell mit dem Unterbau meiner Anlage beschäftigt. So ca 80% stehen. Demnächst gibt es wieder ausführlichere Berichte mit Fotos hier.

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