(Modellbahn-) Fotografie Teil 1 – Studio- Blitzlicht

Studio- Blitzlicht

Mit Abstand am besten für das Fotografieren geeignet sind Blitzgeräte wie sie im Profi Foto- Studio verwendet werden. Sie haben austauschbare „Lichtformer“, also Vorsätze für den Blitz, mit denen man das Blitzlicht ganz nach Wunsch gestalten kann.  Damit ist ganz weiches, aber auch ganz hartes gerichtetes Licht möglich, exakt so, wie das Motiv es erfordert. Um sehr weiches Licht zu bekommen, benötigt man eine sehr große, gleichmäßig leuchtende Fläche. Bei Studio- Blitzen oder auch Studio- Lampen wird das meist über Softboxen oder Studioschirme erreicht.  Studioschirme sehen tatsächlich aus wie Regenschirme, die entweder weiß durchsichtig sind und das Licht durch den Schirm auf das Motiv leuchtet oder sie sind silber- bzw. goldfarben reflektierend, wobei das Licht dann umgelenkt wird und nur noch indirekt auf das Motiv scheint. Beides hat seine Vorteile, aber auch Nachteile.. Das durchscheinende Licht ist etwas stärker gerichtet. Das muss nicht immer schlecht sein. Außerdem ist die Ausbeute beim Licht etwas besser. Der Durchlichtschirm „verschluckt“ also etwas weniger Licht als der „Reflexschirm“.

 

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Hier sind gleich drei verschiedene Studioschirme zu sehen. Die beiden, die außen schwarz sind, sind Reflex- Schirme. Der innen Silberne macht neutrales Licht wohingegen der Goldene warmes Licht liefert. Der komplett weiße Schirm ist ein Durchlicht- Schirm.

Meist wird aber mit sogenannten „Softboxen“ gearbeitet, da sie in aller Regel das „schönste“ Ergebnis liefern. Sie sind meist wie ein pyramidenförmiges Zelt aufgebaut. Der Blitz sitzt dann in der Spitze und die eigentliche Leuchtfläche ist der Boden der Pyramide. Im Prinzip ist eine Softbox eine Kombination von beiden Arten Studio- Schirmen. Die Softbox ist von außen Schwarz, damit kein Licht austreten kann, außer dort, wo es gewünscht ist. Von innen sind die Softboxen mit einer reflektierenden Schicht ausgestattet, so das alles Licht, was am „Boden der Pyramide“ zurück reflektiert wird, erneut Richtung Motiv geleitet wird. Softboxen gibt es von wenigen cm Größe, die man auf einen herkömmlichen Aufsteckblitz bauen bis hin zu Größen, mit denen man ganze LKW ausleuchten kann… Im „Hobbystudiobereich“ setzt man vorrangig Softboxen von ca. 40 cm bis etwa 120 cm Größe ein. Zu klein ist die Wirkung oft nicht ausreichend, zu groß wird es unhandlich…

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Hier ist mal eine achteckige Softbox abgebildet. Es gibt sie halt in ganz unterschiedlichen Formen, wobei die rechteckigen Softboxen am verbreitetsten  sind…

Wenn man sich unten das Beispiel für eine Studioblitz- Anlage anschaut findet man im Set auch 2 Softboxen…

Dank unserer chinesischen Freunde gibt es nämlich inzwischen auch für Hobby- Knipser durchaus erschwingliche Studio- Blitzanlagen. Diese starten so im Bereich von 200€ bis 300€ für ein Set, mit dem man schon eine ganze Menge anfangen kann.

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Das oben abgebildete Set kostet gut 200€ und beinhaltet alles, was man für den Anfang braucht.

Diese Studio- Blitze sind unabhängig von der eigentlichen Kamera und lassen sich sowohl mit einer Profi- Spiegelreflex als auch mit einem Smartphone verwenden. Und natürlich mit allem, was dazwischen liegt. So lange man dort die Belichtung und den Blitz manuell einstellen kann, was bei den etwas besseren Geräten in aller Regel der Fall ist. Kann das vorhandene Smartphone das nicht, hilft oft eine alternative Kamera- App. Geht es dann immer noch nicht, sollte man sich nach einer eigenständigen Kamera oder nach einem besseren Smartphone umschauen…

Die Studio- Blitzgeräte stellen defacto die Spitze der Kunstlicht- Evolution im Bereich der Fotografie dar, obwohl es sie schon seit fast 100 Jahren gibt. Denn neben der großen Lichtmenge, der kurzen und somit  verwacklungsarmen Blitzdauer besitzen Studioblitze auch noch ein sogenanntes Einstelllicht, das vom selben Punkt her scheint wie der Blitz selbst. Dadurch kann man, obwohl man den Blitz ja nicht sehen kann, genau beurteilen, wie das  Blitzlicht aussieht…

Rote Augen gibt es beim Studioblitz nicht, genau so wenig wie bei allen anderen Arten von „entfesseltem Blitzen“. Die typischen roten „Blitzaugen“ entstehen durch Lichtreflektionen an der stark durchbluteten Netzhaut im Auge. Das Rot, was man sieht, ist tatsächlich Blut. Diese Reflektionen folgen natürlich den physikalischen Gesetzen (Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, schon mal gehört?) und sind deswegen um so stärker zu erkennen, je näher der Blitz am Objektiv ist. Deswegen haben Aufsteckblitze damit schon erheblich weniger Probleme als die unmittelbar neben den Objektiven eingebauten internen Blitze. Studioblitze sind aber immer so weit entfernt von der Kamera, das die (immer vorhandenen) Reflektionen nie in das Objektiv und damit nie auf das Bild gelangen können.

Aber Studioblitze sind groß, schwer und benötigen fast immer einen Stromanschluss. Deswegen sind sie viel weniger verbreitet, als sie es eigentlich sein sollten. Auf eine Wanderung würde ich allerdings auch keine Studio- Blitzgeräte mitnehmen, logisch.

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